Ninh Binh – Karst und riesige Buddhas

Nach einer durchgerüttelten Nacht in dem schon etwas heruntergekommenen Bus werden wir, wieder ohne jede Vorwarnung, erst am Zielort aufgeweckt. Es ist 4:30 Uhr in der Nacht (Ankunft laut Fahrplan war 6 Uhr!) und wir stehen im finsteren Ninh Binh! Da es zu regnen beginnt, legen wir gleich zu Fuß die gut 1,5 km zum Hotel zurück. Mit Glück erreichen wir noch relativ trocken das Vordach des noch verschlossenen Hauses. Dann beginnt es zu schütten (und hört bis nachmittags nicht mehr auf). So verbringen wir den ersten Regentag in Vietnam zunächst mit Warten. Gegen 7 Uhr kommt jemand und läßt uns tatsächlich schon auf die Zimmer. Wir schlafen erst einmal aus.

Mittags treibt uns der Hunger wieder hinaus. Mit Regenschirmen laufen wir durch die triefenden Straßen. Es ist leer und ruhig – wie ausgestorben. Ist es der Regen oder der Sonntag? Trotzdem finden wir ein einfaches vietnamesisches Lokal und sind froh, die Küche erst nach dem Essen zu sehen. Den Markt erleben wir auch ganz anders. Mangels Kundschaft schläft ein Teil der Marktfrauen hinter ihrer Ware!

Reisnudeln mit Rind und Gemüse (vor allem mit Wasserspinat, Morning Glory)

Reisnudeln mit Rind und Gemüse (vor allem mit Wasserspinat, Morning Glory)

Am Nachmittag bessert sich das Wetter und so fahren wir mit Rädern ca. 5 km zur Huang Mua Höhle (Eintritt 100.000 Dong = 4 Euro). Nach der Paradise Cave vom Vortag beeindruckt uns nicht die kleine Grotte am Fuss des Berges, sondern die Aussicht von diesem, die man sich aber über 500 steile Stufen hinauf erst verdienen muss. Zum Glück hat der Regen abgekühlt und durch den späten Nachmittag sind wir fast alleine unterwegs. Kurz vor Sonnenuntergang blicken wir über die Karstberge und die dazwischenliegenden Reisfelder. Wir genießen die Ruhe umd Aussicht! Auch die Rückfahrt mit den Rädern durch die Dämmerung vermittelt einen ganz anderen Eindruck als mit einem lauten Moped.

Aufstieg zum Aussichtspunkt

Aufstieg zum Aussichtspunkt

Blick über Tam Coc Karstlandschaft

Blick über Tam Coc Karstlandschaft

Blick über die Reisfelder Richtung Ninh Binh

Blick über die Reisfelder Richtung Ninh Binh

Abendstimmung über Reisfeldern bei Ninh Binh

Abendstimmung über Reisfeldern bei Ninh Binh

Auf Grund der Strecke geht es aber am kommenden Morgen wieder mit Mopeds los. Wir fahren nach Trang An. Wir sind früh dran, aber auch hier sieht es so aus, dass der Parkplatz ganz andere Touristenströme gewohnt ist. Für 150.000 Dong pro Person (6 Euro) starten wir mit einem kleinen Ruderboot (max. 4 Personen) eine mehrstündige Rundtour durch die Karstlandschaft der so genannten  „trockenen Halong Bucht“. Es ist ein einzigartiges System von Seen, die über wasserführende Höhlen verbunden sind. Heruntergebeugt auf die flachen Boote werden wir durch bis zu 350 m lange spärlich beleuchtete Höhlen gerudert. Wirklich einzigartig! Dazwischen durchquert man von Dschungel eingewachsene Seen, die von steil aufragenden Karstfelsen umrahmt sind. Auch an drei Tempeln wird angehalten und man kann diese in Ruhe genießen. Es ist erstaunlich wenig los. Vor allem der letzte Tempel, „Phu Khong“, ist sehr kunstvoll ausgestaltet. Die Bauten passen sehr gut in diese fast mystische Landschaft. Nach über 3 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt. Für die Ruderinnen war es sicher nicht so entspannend, auch wenn wir fleißig mitgepaddelt haben.

Weiter geht es mit dem Moped nach Nordwesten, nach Chua Bai Dinh, dem 2008 neu gebauten, größten buddhistischen Pagoden- und Tempelkomplex Vietnams. Dieser liegt auf einem Hügel am Rand der Karstberge und hat wirklich gigantische Ausmaße. Vom Parkplatz muss man innerhalb des Geländes 2 km mit einem Golfcar zum Fuß der Anlage fahren. Von dort geht man in einer hölzernen Galerie entlang hunderter Stein-Buddhas hinauf zu einer riesigen Glocken-Pagode und weiter zu mehreren Tempeln mit bis zu 10 m großen vergoldeten Buddhas. Eingebettet ist alles in eine schöne Gartenanlage. Es ist erstaunlich wenig los. Wir sind fast alleine und mit der ruhigen Hintergrundmusik entsteht eine beruhigende Stimmung. Auf dem Gipfel des Hügels steht eine bronzene Buddha Statue und man hat eine schöne Aussicht auf die umliegende Landschaft.

Zurück in Ninh Binh essen wir im Restaurant des Hotel einfach aber gut zu Abend. Für den kommenden Morgen haben wir eine Busfahrt mit einem Lokalbus nach Hai Phong organisiert. Der Bus soll uns um 6:20 Uhr abholen und in ca. 3 Stunden (für ca. 100 km!) in die Küstenstadt bringen (4 Euro pro Person, bei direkter Abholung vor dem Hotel), damit wir von dort mit einem Schnellboot auf die Insel Cat Ba übersetzen können.

Ninh Binh – Karstlandschaften

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