Vietnam – Tipps und Erfahrungen

Die folgenden Tipps und Erfahrungen sind keine Reiseanleitungen oder -regeln, sondern eine kleine Zusammenfassung von Erfahrungen, die wir nach unserer 3-wöchigen Reise durch Vietnam teilen möchten.

Die Maiwolfs

Die Maiwolfs in Vietnam

Wer war unterwegs?
Wir sind eine unternehmungslustige Familie mit zwei inzwischen großen Kindern (15 und 18). Normalerweise reisen wir per Fahrrad, Seekajak oder Auto und immer mit einem Zelt. Dafür ist Vietnam im Sommer nicht geeignet. Mit Bus und einfachen Unterkünften klappt es aber auch zu viert gut und muss nicht teuer sein.

Vietnam – noch einmal?
Ja. Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Drei Wochen konnten nur einen ersten Eindruck geben. Die Menschen waren überall sehr freundlich und hilfsbereit. Wir haben uns immer sicher gefühlt und hatten nie den Eindruck als Tourist ausgenommen zu werden. Oft wurden wir z. B. darauf hingewiesen, was etwas kosten darf. Nur die Reisezeit würden wir, wenn möglich, anders wählen. Es war immer sehr schwül, mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von 30-35 °C – und nachts nicht viel kühler. Anstrengend, aber machbar unter der Bedingung, dass die Zimmer in den Unterkünften eine Air Condition hatten. So konnte man nachts gut schlafen.

Busse und Mopeds
Wir sind mit verschiedenen Busgesellschaften gefahren (Futa, Camel Travel, Queen Cafe Open Tour und kleinere lokale Busse). Die Qualität der Busse und des Service unterscheiden sich, Futa (Phuong Trang) war eindeutig am besten. Die Busse auf den großen Strecken sind alle klimatisiert. So war es aber oft sogar zu kalt! Futa Bus haben wir online gebucht, die meisten Busse kann man aber auch in der jeweiligen Unterkunft leicht reservieren lassen und die Preise unterscheiden sich dabei nicht. Wir hatten uns von Anfang gegen ein Open-Tour-Ticket entschieden, da wir die Reiseroute flexibel halten wollten. In den Städten ist das lokale Bussystem allerdings schwer zu verstehen. Hier sind wir zu Fuß gegangen oder haben auch mal ein Taxi genommen.

In Vietnam sind Privat-Autos noch eine Ausnahme. Der allergrößste Teil der Bevölkerung nutzt – neben Bussen – Mopeds als wichtigstes Fortbewegungsmittel. Deshalb kann man überall leicht und für wenig Geld ein Moped ausleihen (4-5 Euro pro Tag, plus Benzin). Nach einem Führerschein wurde dabei nie gefragt und es wird davon ausgegangen, dass man mit so einem Gefährt umgehen kann. Bei Automatik-Mopeds war das auch für uns „Unerfahrene“ aber nicht schwer. Ein Auto zu leihen ist für Ausländer in Vietnam nicht wirklich möglich. Und so kann man motorisierte Unabhängigkeit nur mit einem Moped erleben. Und außerdem – ohne einmal mit dem Moped gefahren zu sein, hat man Vietnam nicht erlebt!

Unterkünfte
Wir haben ausschließlich in einfachen 1-Sterne „Hotels“ oder Hostels (und 3 Mal in einem Übernacht-Bus!) übernachtet. Nur die ersten beiden Unterkünfte hatten wir schon von Deutschland aus gebucht. Diese und alle weiteren, kurzfristig im Land reservierten Unterkünfte haben wir mit der „Agoda“ App gefunden und gebucht. Mittels Bewertungen, Fotos und Karten sind wir nie enttäuscht worden. Die Reservierungen 1-2 Tage im Voraus waren immer problemlos und wir wurden immer schon erwartet. Die Zimmer waren im Durchschnitt sauber, aber bei Bad und Bett gab es Qualitätsunterschiede. In dieser Kategorie muss man zu viert (zwei Doppelzimmer oder ein 4-Bett Zimmer, mal mit mal ohne Frühstück) mit umgerechnet 20-25 Euro pro Nacht rechnen. Die Besitzer waren meist sehr kulant. Wir haben mal um 7 Uhr morgens eingecheckt, mal erst um 18 Uhr abends ausgecheckt! Sie waren alle hilfreich bei der Organisation von Bussen, Mopeds oder Rädern.

Mücken
Wir haben keine gesehen. Erstaunlich, denn überall steht Wasser und es ist schwül-warm. Wir hatten zwei Mückensprays und Moskitonetze dabei, beides kam aber nie zum Einsatz. Insgesamt scheint es wenig Insekten zu geben. Abends sind bei Licht alle Häuser offen und – außer Geckos an den Wänden – wird vom Licht nichts angezogen. Solange man sich in den oben beschriebenen Unterkünften in Städten aufhält, benötigt man keine Sprays und Netze.

Wasser und Hygiene
Wir haben das Wasser aus den Leitungen nie getrunken, aber zum Zähneputzen verwendet. In der Cafes bekommt man oft zum Kaffee kalten grünen Tee mit Eiswürfeln. Überhaupt wird viel mit Eis getrunken, Smoothies, Kaffee, Säfte… . Ob für das Eis immer Flaschenwasser verwendet wurde, bezweifeln wir. Wir hatten aber nie Probleme, auch nicht auf dem Land. Auch beim Essen werden oft Kräuter, Salatblätter oder andere Rohkost gereicht. Wir hatten nie ernstliche Probleme damit, aber vielleicht auch einfach Glück gehabt.

Essen
Die Vielfalt der Speisen und der auf den Märkten angebotenen Lebensmitteln unterscheidet sich nach Region und Städten. Auf dem Land und in kleineren Orten ist die Auswahl deutlich geringer. Dementsprechend ist das Angebot auf den Speisekarten. Und so kann es auch mal eintönig werden, wenn es oft nur „Fried Rice“, „Fried Noodles“ oder  „Pho“ in Varianten (Nudelsuppe) gibt. Westliche Gerichte, wie Burger, Pasta oder Pizza gibt es nur in touristischen Orten und sind preislich deutlich teurer als vietnamesische Speisen. Bei einfachem, aber gutem „Streetfood“ (z. B. ein Bánh mì, vietnamesisches Sandwich mit unterschiedlichen Füllungen, oder eine Nudelsuppe) kann man für 40 Cent bis 1 Euro essen, in einem Restaurant lagen wir meist bei 2-3 Euro pro Person. Es gab viel Neues zu probieren. Die Fotos stammen alle von einfachen Restaurants, so wie wir das Essen auf den Tisch bekommen haben.

Reiseführer und Karten
Wir hatten zwei Reiseführer (von „Stefan Loose“ und „Lonely Planet“) dabei. Beide waren nicht aktuell, aber geändert hatten sich meist nur die Eintrittspreise. Hier kann wahrscheinlich kein Reiseführer mithalten! Für die Übersichtsplanung haben wir die Vietnam Nord- und Süd-Karte von „Reise Know-How“ verwendet. Für die Navigation vor Ort (Stadt, Moped, Kajak) kamen „Openandromaps“ und die „Locus“ App zum Einsatz, sowie selbst erstellte digitale und topographische Karten auf einem Garmin GPS Gerät („MyOsmTopo„).

 

Die Punkte unserer Reise

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