My Son und Marble Mountains

Für die Besichtigung der Cham Ruinen von My Son leihen wir uns erneut Mopeds. Um auf die Südseite des Thu Bon Flusses zu kommen, müssen wir zunächst fast bis zur Küste fahren. Dort gibt es eine gerade fertiggestellte Brücke. Der Rest der 40 km langen Anfahrt führt über kleine Straßen und durch eine ländliche Gegend. Schon jetzt am Vormittag schlägt die Hitze zu. Und so nehmen wir für den Eintritt von 6 Euro (150.000 Dong) gerne den Shuttle zu den Ruinen der Cham Kultur (UNESCO Weltkultureerbe) in Anspruch. Das Gelände beherbergt in einem kleinen Hochtal, umgeben von Dschungel bewachsenen Bergen, eine Ansammlung von bis zu gut 1500 Jahre alten Ruinen der Cham Kultur. Sie wurden erst durch französische Kolonialherren wieder entdeckt und leider im Vietnamkrieg von amerikanischen Bomben teils schwer beschädigt. Es sind alte Tempelanlagen in unterschiedlichem Erhaltungsgrad. Vor allem durch den umliegenden Dschungel wirken die Ziegelbauten beeindruckend. Die zahlreichen Touristen verteilen sich erstaunlich auf die große Anlage, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Nach dem durch die Hitze anstrengenden Besuch fahren wir ca. 10 km zurück und erholen uns bei einem „iced vietnamese coffee“. Da wir noch weiter zu den Marble Mountains wollen, erkundigen wir uns nach einer Möglichkeit hier den Thu Bon Fluss zu überqueren. Schon die Anfahrt zur genannten „Fähre“ ist nur noch ein schmaler Sandweg. Das Boot selber ist ein größeres Ruderboot mit der Breite einer Mopedlänge. Über ein schmales Brett schaffen wir die Auffahrt und reihen uns bei den anderen ca. 10 Mopeds ein. Auf der anderen Seite angekommen ist die Abfahrt sogar noch spannender. Wir kommen zunächst in der Baustelle für eine große Brücke an. Doch auch dies und den restlichen Weg zu den Marble Mountains bei Da Nang meistern wir gut. Unterwegs essen wir am Straßenrand bei einer alten Frau je ein leckeres vietnamesisches Sandwich mit Ei (je 40 Cent). Sie freut sich über den großen Umsatz!

Dem Namen getreu bestehen die Marble Mountains aus Marmorbergen, die mit Pagoden, Höhlentempeln und Statuen bestückt sind. Für nur 60 Cent Eintritt muss man viele Stufen hinaufsteigen, kann durch Höhlen hindurchklettern und Pagoden und Tempel besichtigen. Auch hier ist es wieder der Gesamteindruck, der die Anlage einzigartig macht: religiöse Bauten in von Höhlen durchzogenen Hügeln mit einem Dschungel-Bewuchs. Oben hat man Aussicht auf das Meer und Da Nang, die größte Stadt Zentralvietnams. Inzwischen dämmert es und so absolvieren wir mit der Rückfahrt von ca. 25 km nach Hoi An die erste Nachtfahrt. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass die Hälfte des Verkehrs ohne Scheinwerfer auskommt, gelingt auch dies. Wir sind auf jeden Fall froh, diese Tour mit dem Moped gemacht zu haben. Der Fahrtwind bringt immer etwas Abfrischung und man ist unabhängig.

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