Island – Windiger Nordwesten

Die Einkaufsmöglichkeit in der Tankstellenstation von Varmahliđ ist relativ beschränkt. Es gibt nur das Wesentliche zu ziemlichen hohen Preisen. Es ist aber die einzige Möglichkeit für die Route nach Holmavik an der Ostseite der Westfjorde alles Notwendige einzupacken. Der ursprüngliche Plan, mit dem Bus 140 km über die Ringstraße nach Staðarskáli abzukürzen, ging leider nicht auf. Die staatlichen Busse können bis zu vier Räder mitnehmen. Als der Bus aber in Varmahliđ ankam, hatte er schon 2 geladen und damit die für uns notwendigen 3 Plätze nicht mehr frei. So dürfen wir, bei allerdings bestem Wetter, auf der Ringstraße über den ersten 420 m hohen Pass nach Westen radeln. Der Verkehr ist hier im Norden deutlich erträglicher. Nach der Abfahrt kürzen wir, teils über Schotterstraßen (731, 722, 724), die Ecke von Blönduós ab. Den Rest der Strecke bis Staðarskáli schaffen wir an einem weiteren Tag bei Rückenwind. Die dortige Tankstellenstation bietet keine nennenswerte Einkaufsmöglichkeit. Der Wind pfeift inzwischen bei einer Hochnebel Bewölkung und 7 °C beständig aus Norden. Wir schaffen es noch bis zum kleinen Campingplatz Borðeyri, der wenigstens Schutz vor dem 40 km/Std Wind bietet.

Holmavik, die nächste Einkaufsmöglichkeit liegt nun 105 km und einige Pässe und Fjorde nördlich von uns. Da nur für den Vormittag etwas weniger Wind angesagt ist, versuchen wir es mit einem frühen Start. Ab 7 Uhr kämpfen wir gegen den beständigen Nordwind an. Wirklich weniger als am Vortag ist er nicht. Bei 30-40 km/Std Gegenwind brauchen wir für 10 km teils über eine Stunde. Zudem nieselt es immer wieder. Selbst im Windschutz, den es auf dieser Strecke kaum gibt, können wir uns nicht aufwärmen. Zwei einsame Fjorde sind zu umfahren und zwei Pässe (einer mit sehr steilem Schotter) sind zu überwinden bis wir nach über 12 Stunden die 105 km und 1400 hm geschafft haben und in Holmavik auf dem Campingplatz eintreffen. Wir sind alle der Meinung, dass dies der härteste Radtag unserer Karriere war.

Der weitere Weg nach Ísafjördur ist mit dem Bus geplant. Nach den letzten Erfahrungen melden wir uns vorher über die Touristeninfo telefonisch an und verbringen dann die Zeit bis zur Abfahrt in der warmen Küche des Campingplatzes. Es windet einen weiteren Tag beständig aus Norden. Am Abend verlassen wir Holmavik bei kühlen 4 °C! Die Räder werden in einen Anhänger des Kleinbusses geladen und auf der zügigen Fahrt über einen Pass und entlang mehrerer großer Fjorde gehörig durchgeschüttelt (und dabei mehr in Mitleidenschaft gezogen als während des Fluges nach Island). Die Fahrt ist, wie alles in Island, nicht gerade billig: 3 Stunden Busfahrt kosten 7000 ISK pro Person und noch einmal die Hälfte pro Rad (damit rund 85 Euro pro Radler). In der Dämmerung kommen wir bei tiefhängenden Wolken auf dem schönen Campingplatz Tungudalur 2 km außerhalb von Ísafjördur an.

Etappen
Vik – Gilja Fluss -> 56 km, 770 Hm
Gilja Fluss – Bordeyri -> 78 km, 580 Hm
Bordeyri – Holmavik -> 104 km, 1360 Hm

Die Route durch den Nordwesten (grün = Übernachtungsstelle)

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