Lettland

Bei Ikla, einem kleinen Küstenort, radeln wir über die Grenze von Lettland. Erkennen kann man sie nur an einem Pfosten und dem Schild „Latvija“. Landschaft und Häuserstil ändern sich nicht, wohl aber die Sprache, die wir aber eh nicht verstehen. Nach wenigen Kilometern in Lettland sind wir wieder gezwungen, auf der Schnellstraße #4 (hier A1, „Via Baltica“), weiter zu fahren. Zum Glück gibt es auch in Lettland fast durchgehend einen guten Seitenstreifen. Die Radroute ist in Lettland überwiegend mit EV13 (hier gleich verlaufend mit EV10) beschildert. Nach ca. 40 km mit langen geraden Waldstücken zweigen wir bei Tüja zur Küste ab. Die Nebenstraßen sind auch hier oft Schotter. Wenige Kilometer südlich finden wir einen traumhaften Zeltplatz an einem einsamen Sandstrand. Es wird unsere letzte Nacht in der Wildnis. Noch einmal können wir die recht frische Ostsee genießen und nachts funkeln die Sterne von einem wolkenlosen Himmel.

Einen Zugang zum Meer zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Von der Hauptstraße führen nur kleine Stichstraßen zur Küste und diese enden oft bei Grundstückseinfahrten mit Verbotsschildern. Oder es gibt gar keine Wege und Straßen, oder das Meer versteckt sich hinter einem Schilf- und Schlickgürtel.
Der letzte Radtag beginnt mit noch einmal 10 km Schnellstraße. Auf kleinen Straßen geht es weiter durch den langgezogenen Küstenort Saulkrasti. Dann kürzen wir die Radroute über die Schnellstraße ab, überqueren den Fluss Gauja und fahren nach weiteren ca. 10 km an bzw. sogar auf den Sandstrand nördlich von Riga. Hier herrscht richtiger „Strandbetrieb“. Mit wenigen Unterbrechungen erstreckt sich über 30 km feinster Sand, auf dem wir in Wassernähe sogar einige Kilometer Richtung Riga radeln. Die restlichen 15 km ins Zentrum von Riga folgen wir der beschilderten Radroute. In der Stadt ist das manchmal etwas mühsam, da es einen Radweg meist nur auf einer Straßenseite gibt und diese öfters gewechselt wird.
Auf der Insel Kipsala im Fluss Daugava schlagen wir das Zelt auf dem „Riverside“ Campingplatz auf. Direkt am Wasser genießen wir den Blick auf die in der Abendsonne beleuchtete Altstadt schräg gegenüber. Nach gut 1400 km haben wir unser Ziel erreicht!

Riga, Panorama der Altstadt am Fluss Daugava

Es bleibt uns aber noch 1 Tag, um mit den Rädern Riga zu besichtigen. In einer Runde durch die Altstadt schauen wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an und bestaunen zum Abschluss von der Aussichtsplattform der Akademie der Wissenschaften, einem gut erhaltenen Hochhaus im sowjetischen „Zuckerbäcker-Stil“, Riga von oben. Die Altstadt hat keine so einheitliche Architektur wie Tallinn oder St. Petersburg, sondern einzelne gut restaurierte Gebäude und Kirchen aus verschiedenen Epochen. Schön ist die Lage am größten lettischen Fluss, der Daugava, auf dem leider Kreuzfahrtschiffe sogar bis zur Altstadt vordringen können.

 

Riga, Panorama der Altstadt

Resümee Lettland

Ähnlich wie in Estland. Nur ist die Route hier meist mit EV13 beschildert. Die Seitenstreifen auf den Schnellstraßen sind schmäler, aber ausreichend. Wir waren aber nur in einem kleinen Teil Lettlands unterwegs.

Riga – nach 1450 km ist unser Ziel erreicht

 

Resümee der Radtour rund um die östliche Ostsee

Finnland-Russland-Estland-Lettland



In 3 Wochen sind wir 1450 km durch 4 Länder gefahren und haben uns deren Hauptstädte (St. Petersburg als ehemalige Hauptstadt) angeschaut. Gerade die Kombination aus Strecken-Radeln und Kultur hat für uns die Tour reizvoll gemacht. Und natürlich das Erlebnis Russland. Die Landschaftform ändert sich aber, wenn man auf einem engen Breitgradstreifen, hin- und herfährt, wenig, nur der Wald hat in Finnland und Russland ein anderes Gesicht als in Estland und Lettland. Und so gab es zwischendurch auch einmal etwas längere und eintönigere Radtage, um durch viel Landschaft hindurch die nächste Stadt zu erreichen.

 

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