Finnland

Mit den eigenen Rädern im Flugzeug zu verreisen ist immer spannend. Die Räder sind bei Lufthansa angemeldet (und kosten 50 Euro pro Rad und Strecke). Dieses Mal müssen wir aber leider zwingend Kartons für die Räder kaufen (noch einmal 20 Euro pro Rad). Der Service am Lufthansa Sperrgepäck in München ist aber sehr freundlich und hilfsbereit und so sind die Räder bald gut verpackt. Am Ende kommen sie bestens in Helsinki an und nur eine Stunde nach der Landung sind wir fahrbereit. Die nächste große Radtour kann beginnen. Vom Flughafen in Vantaa geht es gut 10 km Richtung Helsinki. Wir sind begeistert, überall gut ausgebaute Radwege. Nach dem ersten Einkauf und tanken für den Kocher finden wir an einem Fluss eine schöne Zeltstelle. Bei bestem Wetter genießen wir den ersten finnischen Abend, mückenfrei.

Meist an einem Fluss entlang gelangen wir nahezu autofrei ins Zentrum von Helsinki. Wir haben uns nur ein paar Highlights ausgesucht und die sind mit dem Rad schnell erreicht: Sibelius Monument (hier wimmelt es von asiatischen Touristen), Temppeliaukion Kirche (Felsenkirche), Bad Boy (ein lustiges Kunstwerk am Westhafen), der zentrale Platz an der Senatskirche und die Uspenskin Kathedrale (größte russisch orthodoxe Kirche Westeuropas). Den Hafen und die vielen Jugendstil Fassaden bekommen wir auf der Durchfahrt mit.

Beim Hinausradeln nach Osten baden wir an einem Sandstrand im Meer. Wieder führt der Weg fast autofrei über Radwege. Erst am Stadtrand geht es auf die 170, eine größere Überlandstraße, der wir nun mit kurzen Unterbrechungen bis zur russischen Grenze folgen werden. Es gibt aber über große Strecken einen breiten Radweg oder einen Seitenstreifen. Überhaupt ist alles radfreundlich. Selbst bei der Querung von Seitenstraßen hat der Radfahrer Vorfahrt und die Finnen fahren sehr rücksichtsvoll. Nach 60 km biegen wir Richtung Meer ab und finden eine schöne Zeltstelle. An den kommenden beiden Tagen ist das Wetter perfekt zum Radfahren, leicht bewölkt, mal ein kurzer Schauer und immer ein starker Rückenwind. Teils ist es erstaunlich hügelig, es geht immer wieder über kleine Kuppen und so kommen pro Tag ca. 500 Höhenmeter zusammen. Auf der 170 kommen wir im Verlauf durch Porvoo, Loviisa, Kotka und Hamina. Wir baden im kühlen Meer und in warmen Seen und zelten unterwegs an einer Badestelle an einem Stausee.

Nach Hamina folgen wir für 35 km der 3513, einem Teil des alten „Kungsvägen“. Die Straße ist kleiner, kurviger und ein ständiges Auf-und-Ab. Dafür ist der Verkehr weniger und die Landschaft abwechslungsreicher. Wenige km östlich von Virojoki übernachten wir auf einem fast leeren Campingplatz direkt am Wasser. Bei klarem Himmel sinkt die Temperatur nachts auf 10 Grad. Nach 260 km in Finnland fehlen nur noch gut 10 km bis zur russischen Grenze.

Resümee Finnland

Helsinki ist radfreundlich, Fernstraße 170 wenig Verkehr und meist guter Radweg vorhanden, Nebenstraßen sehr wenig Verkehr.

 

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